By Hartwig Mathies

Die einmalige frühmorgendliche Gabe von Nebennierenrindenhormon-Präparater. ist sinnvoll, zunächst einmal unter der Voraussetzung, daß die dabei erforderliche Gesamttagesdosis derjenigen bei Verteilung über den Tag entspricht. Das ist bei einem Teil der Patienten gegeben, vor allem, wenn guy mittags und abends nicht­ steroidale Antirheumatika einsetzt. Bei einem anderen Teil ist es jedoch dann nicht möglich, mit der gleichen Steroiddosis auszukommen, vor allem nicht bei den ambulanten Patienten, die im normalen Arbeitsprozeß stehen. Es ist nocb offen, ob guy hinsichtlich aller Nebenwirkungen besser liegt, wenn guy früh evtl. eine höhere Steroiddosis als eine insgesamt niedrigere über den Tag verteilte Dosis gibt. Hinsichtlich der NNR-Suppression ist der Vorteil jedenfalls anzuerkennen. Wir wissen nicht, ob auf Grund einer bei verschiedenen Derivaten unterschied­ lichen Gewebshaftung trotz evtl. längerer klinischer Wirkungsdauer der NNR­ supprimierende Einfluß nicht auch entsprechend lang anhält. Im allgemeinen ist bei längerer therapeutischer Wirkung auch ein länger anhaltender supprimierender Effekt anzunehmen. In Anbetracht der Forderung der einmaligen morgendlichen Gabe bieten additionally länger wirkende Präparate (unter Vorbehalt des eventuellen Vorzuges bezüglich der Gewebshaftung) keine Vorteile, sondern wären in dieser Beziehung eher nachteilig. Präparate mit Depot- bzw. Retardwirkung sind in jedem Falle ungeeignet. Der gelegentliche Applikationsmodus mit einmaliger Gabe alle forty eight Stunden ist in der Rheumatologie nicht durchführbar. IV. Parenterale Glukokortikoid-Applikation als Dauertherapie Mit Zustimmung der Tagungsteilnehmer stellte Mathies fest, daß sich eine parenterale Dauertherapie mit NNR-Steroiden aus den vorangegange­ nen Diskussionen und wegen der dabei gewonnenen Erkenntnisse die Zweckmäßigkeit der einmal täglichen frühmorgendlichen Gabe verbietet.

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Dieser nektrotisierende Prozeß unterscheidet sich somit in zweifacher Hinsicht grundsätzlich von den exsudativen Vorgängen an den mesodermalen Höhlen: Er liegt nicht am Ufer, sondern in der Tiefe des mesodermalen Gewebes, und er ist nicht entzündlich, sondern durch primären Gewebstod gekennzeichnet. Entzündliche und nektrotisierende Prozesse der chronischen Polyarthriti-s haben jedoch insofern eine Gemeinsamkeit, als auch die Nekrosen nur das Gewebe des mittleren Keimblattes befallen. Während der exsudativ-entzündliche Mechanismus an den mesodermalen Spalten nicht an das Vorhandensein des Rheumafaktors gebunden ist, sind mit ganz wenigen Ausnahmen die Patienten, bei denen ein nekrotisierender Prozeß in der Gewebstiefe vorliegt, seropositiv.

Ausscheidungsfördernden Wirkung aufmerksam. Das ging auch aus seinen Untersuchungen mit 16-Methylenprednisolon hervor (Mathies, Heinsius und SchüIe, Münch. Med. Wschr. 106, 1409, 1964). in denen in einem Teil der Fälle die aber wohl nicht signifikante Tendenz zu einer Steigerung der Flüssigkeitsausscheidung bei Tagesdosen unter 12-18 mg und eine Flussigkeitsretention bei Tagesdosen über 18 mg zu erkennen war. Auch Bach unterstrich die Dosisabhängigkeit der Beeinflussung der Flüssigkeitsbilanz. Bei Prednisolontagesdosen von 2,5 und 5 mg auch bei teils digitalisierten herzinsuffizienten Rheumatikern kam es nie zu einer Flüssigkeitsretention.

Paris) 41, 1717, 1965). In 4,3 00 /0 war es Corti38 son, in 20,3 % Prednison, in 1,4 % Prednisolon, in 62,3 ~/o Triamcinolon, in 4,4 ~/o Paramethason, in 5,8 % Dexamethason und in 1,4 % Betamethason. Es ist natürlich der anteilmäßige, sehr unterschiedliche Gebrauch der verschiedenen Steroidderivate bei der Beurteilung dieser Zahlen zu berücksichtigen. Prednison war hier überwiegend verwendet worden, daher der relativ hohe Prozentsatz der Myopathiefälle unter dieser Substanz. Dennoch fällt trotz geringerer Anwendungsquote der hohe Anteil 9a-fluorierter Derivate an den Myopathien auf.

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